Obama, Orwell und King George III

Es ist ja gerade trendy in den USA, “Black Lives Matter” zu brüllen und (weiße) Polizisten zu erschießen. Natürlich hat das nichts mit Black Lives Matter zu tun, eine von radikalfeministischen Lesben gegründete, bigotte und rassistische SJW-Rumjammergruppe, die sich vor allem darüber beschwert, wenn Polizisten Kriminelle erschießen – sofern es Neger sind.

Aber das ist kein Punkt, der mich sonderlich stört – mich störte vielmehr ein faktisch weitestgehend korrekter Bericht in der FAZ. Der Autor schreibt nämlich weitestgehend nur, was Obama dazu gesagt hat, nämlich “Das Motiv des Täters sei noch nicht klar”. Passend dazu gab es gestern Abend einen Axtmörder im Bummelzug bei Würzburg, und Nizza ist ja nun auch keine Woche Tage her. Auch da sind die Motive der Täter völlig unklar.

Ich meine, was für eine Motivation könnte einen Menschen wohl treiben, der “Allahu Akbar” brüllend Menschen zu ermorden versucht? Oder jemand, der, wie in Nizza, sehr erfolgreich und mit bei Islamisten durchaus beliebten Methoden einfach Kuffar Unschuldige totfährt, nachdem er sich IS-Propagandavideos angesehen hat? Oder Leute, die Weiße hassen?

Natürlich hat das überhaupt nichts mit radikalen Anhängern einer dümmlichen,”religiösen” Bewegung mit absurdem Feindbild zu tun – nein, in keinem Fall. Religionen waren schließlich noch nie für gewalttätige Auseinandersetzungen verantwortlich, und politische Bewegungen erst Recht nicht. Das wissen wir als Deutsche ja besonders gut.

Was also viel schlimmer ist, ist Obamas zentrales Statement zum Thema:

There is no justification for violence against law enforcement. None.

Und da denke ich nur: Hat der sie noch alle? Obama ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten. Da gab es also noch 43 vor ihm (die es übrigens in der Summe nicht geschafft haben, derart viel Geld nutzlos auszugeben), und die hatten da eine sehr, sehr andere  Meinung – ich zitiere einfach mal die Declaration of Independence:

We hold these truths to be self-evident

  • that … all men are created equal, … endowed … with certain unalienable Rights, … among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.
  • That to secure these rights, Governments are instituted among Men, deriving their just powers from the consent of the governed,
  • That whenever any Form of Government becomes destructive of these ends, it is the Right of the People to alter or to abolish it,

Ich meine ja nur… ist der Mann jetzt Präsident eines Landes, das aus “no reasons, none” gegründet wurde, oder redet er nur Mist? Ich behaupte mal, er redet nur Mist, ist ja Wahlkampf, und, wie ja schon seit Cicero bekannt ist, verfallen Gesellschaften immer bloß (O tempora, o mores) – ich zitiere ja gerne immer wieder “the only thing we learned from history is that we learned nothing from history”. Das kommt von Hegel und auf deutsch ist es etwas länger, aber von Hegel kommen auch andere tolle Sachen wie “Aus Lügen, die wir ständig wiederholen, werden Wahrheiten, die unser tägliches Leben bestimmen”, aber wenn man Hegel als Grundphilosophie  nimmt, dann – mei – hat mein ein recht gutes, zutreffendes Bild der aktuellen, verblödeten und zunehmend mehr verblödenden Gesellschaft. Und das erklärt dann auch vieles, denn Hegel erklärt natürlich auch, wie man mit einer solchen umzugehen hat: Die Leute wissen eh nicht, was sie wollen, dafür brauchen sie ja den Staat, und wenn sie den Staat nicht wollen, schweißt man sie durch angebliche externe Feinde zusammen, die natürlich niemals Teil der eigenen Gesellschaft sein können. Das sind lediglich verwirrte Einzeltäter.

Natürlich hat Schopenhauer einer durchdachte und pointierte Meinung, was von einer solchen Gesellschaft zu halten ist: “ihr Beifall ist prostituiert, und ihr Tadel hat nichts zu bedeuten”. Darauf folgt übrigens ein netter Rant, der sich mit “und wenn es euch nicht gefällt, was ich sage, dann fickt euch doch, ihr Volldeppen” zusammenfassen lässt.

Was jetzt natürlich das genaue Gegenteil dessen bedeutet, was Obama gesagt hat – der weiß ganz genau, wo die Probleme herkommen – zu große Gesellschaften werden zu heterogen, zuviel Wohlstand verdirbt die Kriegslust nach außen (das steht in etwa so in Cäsars de bello gallico) – aber das kann er schlecht zugeben, dass er lieber einen Bürgerkrieg hat als – am bitteren Ende – eine Sezession. Das würde ihn ja Macht kosten.

Es bedeutet aber natürlich nicht, dass Gewalt gegen weiße Polizisten oder sonstwen aufgrund irgendeiner dämlichen Idee gerechtfertigt wäre – man muss es schon besser machen können. Thomas Jefferson hat das für George Washington et al. so formuliert:

Prudence, indeed, will dictate that Governments long established should not be changed for light and transient causes; and accordingly all experience hath shewn, that mankind are more disposed to suffer, while evils are sufferable, than to right themselves by abolishing the forms to which they are accustomed. But when a long train of abuses and usurpations, pursuing invariably the same Object evinces a design to reduce them under absolute Despotism, it is their right, it is their duty, to throw off such Government, and to provide new Guards for their future security.

Kurz gefasst: Wenn Du keine echten Probleme hast, hör auf zu jammern. Und wenn Du die Regierung bist, hast Du keinerlei Grund, was zu verändern, wenn es um tagesaktuelle Kleinigkeiten geht, die eigentlich niemanden wirklich stören. Analog gilt das natürlich auch für den modernen, dank ganz tollen “Philosophen” zunehmend populären, gänzlich eingebildeten Bullshit wie “institutionalisierter *ismus”.

Natürlich sind solche Menschen Politikern sehr willkommen, weil ja Leute, die “institutionalisierte *ismen” für die Realität halten, nicht etwa institutionalisiert werden, sondern Wahlrecht haben, aber das ändert nichts daran, dass Schopenhauer auch heute noch solche Leute und diejenigen, die von ihnen zehren, mit irgendwelchen böswilligen Monstern vergleichen würde. Und natürlich den Untergang jeglicher Kultur heraufbeschwören würde. Aber das ist natürlich nur reaktionärer, populistischer Unsinn – wir hatten ja seit(dem niemand auf) Schopenhauer (gehört hat) keinerlei relevanten Kriege, denn Eurasien war nie im Krieg mit Ozeanien. Welches Motiv sollte es denn überhaupt für soetwas geben?, und vor allem existiert Ozeanien überhaupt nicht.

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