Vegane Eier aus der Rigaer Straße

Ihr erinnert euch noch an die Rigaer Straße, richtig? Den Punkt in Berlin, der für linke Terroristen wie die Al-Aqsa-Moschee für den ISIS ist – die stört es natürlich gewaltig, dass da Leute mit Waffen drumrumstehen und für Recht und Ordnung sorgen (wollen).

Im Tagesspiegel beschwert sich ein Autor namens Christian Vooren mit den Worten einer pseudonymisierten “Maria” darüber, wie furchtbar die bösen, bösen Polizeischikanen sind. Vor allem, weil die linken Hausbesetzer, die zum Betrieb einer illegalen Kneipe einen Verein gegründet haben (an der Stelle möge mir mal jemand erklären, inwiefern dieser Verein nicht organisierte Kriminalität ist), der vor Gericht gegen die Räumung (der illegalen Kneipe) geklagt und (durch Versäumnisurteil)  gewonnen hat. Alles, was man dafür tun musste, ist vor dem Haus des Anwalts der Gegenseite ein völlig beliebiges Auto abzufackeln – Pferdeköpfe gehen ja für Veganer gar nicht.

Naja, ich finde den Maria-Bericht so unglaubwürdig, dass ich was dazu schreiben möchte. Nunja, Maria lebt da “ganz normal” (wir haben offenbar sehr unterschiedliche Vorstellungen von “normal”) und schreibt:

manchmal muss ich mir auch morgens ein Taxi rufen und laufe dann in Business-Outfit aus der Wohnung. Und trotzdem grüßt mich hier jeder freundlich.

Das ist jetzt nicht falsch zu verstehen, also dass Maria normalerweise abends Taxis ruft, um im “Business-Outfit” zu ihren Freiern zu fahren. Nein, denn Maria ist “Unternehmensberaterin”. Bin ich übrigens auch. Und zertifizierter Tierpsychologe. Akupunkteur. Ernährungsberater, Erziehungstherapeut, Anlageberater, Galerist, Immobilienmakler und natürlich Journalist. Ich habe Jura studiert und bin Mediator, NLP Berater und Personal Trainer. Und natürlich Yoga-Lehrer. Ihr nicht? Hey, ich kann euch dazu sogar zertifizieren, das kostet nur 10.000 Euro.

Nun habe ich tatsächlich mal als Unternehmensberater gearbeitet, hauptsächlich bei einem Telekommunikationsunternehmen, das wir mal “Magenta” nennen, sowas ist ja schließlich vertraulich. Und deswegen störte mich der Text sehr, denn:

Ich habe zwei kleine Kinder

Schön für dich, Maria. Wer kümmert sich während deiner 14-Stunden-Tage um die? Also, wenn du es denn so bald nach Hause schaffst?

da packen die Nachbarn schon mal mit an … Oder man hilft sich gegenseitig mit Eiern aus, wenn man welche zum Kochen braucht.

Ah, ist natürlich praktisch, wenn der Rest des Hauses arbeitslose Assos sind, die eh bis Mitternacht Party machen, da kann man auch nach Eiern fragen. Die sie natürlich nicht haben, sind nämlich alles Veganer! Aber wen kümmern schon kleine Lücken in einer Lügengeschichte?

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