Nigel Farage und die Verantwortung

Nigel Farage ist zurückgetreten – vom Vorsitz seiner Partei, informieren mich drei von zehn der “Top News”-Artikel auf meinem Tablet heute morgen auf dem Klo.

Alle dieser Artikel haben den gleichen Tenor – “Populisten kann man nicht trauen”, “übernimmt keine Verantwortung für sein Volk”, “nimmt aber weiter das Geld der EU mit”, und zur Steigerung ist er seit heute Abend auch noch Alkoholiker.

Ich verlinke da ausnahmsweise nichts, ist eh alles das Gleiche. Ich möchte aber auf ein paar Dinge hinweisen:

Die UKIP hat im britischen Parlament (Unterhaus) beeindruckenden einen (1) von 650 Sitzen, und den belegt nicht Farage. Farage wurde niemals – und seine Partei auch nicht – für die Zukunft Großbritanniens als solches gewählt.

Die UKIP bekam aber 24/73, also mehr als 30%, der Stimmen der Briten im Europaparlament, und deren Message ist immer nur eine gewesen: Fuck the European Union. Ich kenne nur einige Reden von Farage im Europaparlament, aber – auch wenn ich ein großer Fan von Martin Sonneborn bin – es ist deutlich cooler,  Herman van Rompuy (den keiner gewählt hat) das Charisma eines feuchten Lumpens zu attestieren, als irgendwelche anderen Arschlöcher als Faschisten zu bezeichnen, wie das Sonneborn macht.

Ich habe Sonneborn bei der Europawahl gewählt, weil ich die ganze EU-Chose für einen sehr lächerlichen Haufen halte, dessen Lächerlichkeit (und Korruptheit) durch einen solchen Clown auffliegen sollte. Mei, war nett. Kurz. Ist keine zwei Jahre her, und mittlerweile kommt da nur noch Schweigen im Walde.

Farage hingegen war 17 Jahre im Europaparlament, und von seinen Wählern nur dafür gewählt, allen anderen zu sagen, dass sie keiner will und keiner braucht.

Das hat er nun geschafft: Dass die Mehrheit der Briten ihrer eigenen Regierung sagt, dass sie den EU-Unsinn satt haben. Farage ist nicht in der Regierung, er ist nichtmal Teil der Opposition, seine Partei hat (k)eine Stimme im Parlament.

“Jetzt ließen beide[Farage und Johnson] die Wähler im Stich, statt das umzusetzen, wofür sie von ihnen beauftragt wurden”, schreibt ein linksgrüner Gutmensch bei der FAZ, ohne zu wissen, dass Farage genau das getan hat, wofür er von seinen Wählern beauftragt wurde: Der EU kontinuierlich sagen, dass sie keiner braucht.

Johnson ist natürlich ein anderes Thema, aber wenn man den soeben verlinkten Artikel weiterliest, kommt da auch nur Unsinn von nutzlosen Berufsempörten:

Es ist beschämend, wie sich die größten Brexit-Befürworter aus der Verantwortung für das von ihnen angerichtete Schlamassel stehlen. (SPD)

Wer sich auf die Populisten verlässt, ist verlassen (Grüne)

Äh… haben die “Populisten” nicht versprochen, GB aus der EU zu bekommen und genau das (hoffentlich) erreicht? Welches “Schlamassel” gibt es denn, an dem nicht die EU “Schuld” träge?

Nenene Kinder, ihr habt die Suppe versalzen, und wenn Johnson und Farage es geschafft haben, den Leuten (im Gegensatz zu euch) einzutrichtern, dass versalzene Suppe scheiße schmeckt, dann liegt es gefälligst auch an EUCH, die zu löffeln, nicht an denen, die sie scheiße fanden. 17 Jahre!

“Zuspruch” kommt da natürlich nur von Neonazi-Terroristen, aber irgendwie haben ja nur eigentlich Juncker & Schulz und der Rest der EU(dSSR) versagt. Die hingegen denken nichtmal an Rücktritt – trotz ihres Versagens – sondern nehmen ihr Patentrezept “wenn mehr Staat nicht hilft, brauchen wir mehr Staat“, wie eine sehr einfache Definition von Geisteskrankheit das vorgibt:

[Persönliche Randnotiz: Mag vielleicht jemand süße Kätzchen? Fit, munter, kuschelig, verspielt, ab und zu stubenrein, zerstören alles, ab in 14 Tagen frisch geimpft abzugeben?]

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