Der österreichische Hitler

Ich habe zwar mittlerweile fast zwei Dutzend Leser, das ist so eine kritische Grenze, bei der ich nicht mehr sicher davon ausgehen kann, dass da keine Vollidioten dabei sind, aber ich erkläre trotzdem nicht, was ein Pleonasmus ist.

Ich finde die Nachrichten dieser Woche kategorisch öde. Im Fernsehen lief ein Bericht über eine Braut in der Hannoveraner (hannoverschen?) U-Bahn, deren Limousine nicht kommen konnte, weil sie die halbe Stadt für irgendeinen Neger gesperrt haben. Und gleichzeitig veranstalten die gleichen Regierenden noch Aktionen gegen Rassismus, während sie selbst einer türkischstämmigen Deutschen ihren ersten Versuch auf den “schönsten Tag ihres Lebens” vermiesen.

Klar, das ist so eine Aktion, unter der TTIP als Nebensache versinken soll; will zwar keiner, aber wir leben ja schließlich nicht in einer Demokratie, sondern in einer parlamentarischen Demokratie. Der Grundgedanke einer Demokratie ist ja, dass die Leute in der Scheiße, die sie sich selbst einbrocken, dann auch baden müssen und nicht von einem Autokraten einfach in die Scheiße geworfen werden. Stattdessen machen das jetzt – natürlich von der Scheiße immune – Parlamentarier. Nachdem intelligente Leute sich da fragen, was der Mist soll, antworten Parlamentarier, dass das die ideale Form der Demokratie sei, denn schließlich sind die meisten Leute doof. Das stimmt. Weswegen man ihnen eben kein Mitspracherecht geben sollte. Haben sie aber. Weswegen sie dumme Parlamentarier wählen. Ich hatte glaube ich schon oft genug erwähnt, dass jeder tote griechische Philosoph, der “Demokratie” verstanden und verteidigt hat, lieber den Schierlingsbecher trinken würde als auch nur zu erfahren, was “wir” daraus gemacht haben – aber sei’s drum:

In Österreich wird der Bundespräsident direkt gewählt. Ich habe nun nicht den Hauch einer Ahnung, was ein österreichischer Bundespräsident macht, vielleicht tritt der ja auch nur ab und zu zugunsten einer hervorragenden Rentenversicherung zurück und/oder vögelt irgendwelche Journalistinnen, aber was da seit vergangenen Sonntag abgeht ist für mich das, was Fefe als “großes Popcorn” bezeichnen würde.

In meinem Fall ist das “Popcorn”, weil das für das dumme und verlogene Establishment eine absolute Totalkatastrophe zu werden scheint. Die Kandidaten der Volksparteien sind raus, im Rennen sind noch der “unabhängige” Kandidat der Linksgrünfaschisten und der Kandidat der zum Nationalismus rechtselnden FPÖ. Und letzterer bekam fast doppelt so viele Stimmen wie der Kommunist, der der lebende Beweis dafür ist, dass die Uni Wien nichts taugt, wenn man Wirtschaft studieren will – ich meine, die haben nicht umsonst eine separate WU.

Naja, das österreichische linke Establishment regt sich gerade über das österreichische linke Fußvolk auf, weil die eine Demo gegen den “Rechten” machen wollen. Weil – Zitat – “Sie könnte Hofer in die Hände spielen und einen ,Jetzt erst recht‘-Effekt erzeugen…. Da braucht nur eine Scheibe irgendwo kaputtgehen und der Norbert Hofer hat genau, was er braucht”.

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung, sagt ein altes Sprichwort. Ist ja schön, dass das linke Establishment in Österreich wenigstens weiß, dass ihre Anhängerschaft nur aus gewaltbereiten Assos besteht, aber das ist in der Form quasi ein Offenbarungseid. Mal ehrlich: “Echt jetzt, spart euch den Blödsinn für nach der Wahl auf, sollte es denn so sein” – was soll das? Dagegen sein ist gut, aber nur gegen den Staus Quo? Wir haben ja auch keine bessere Lösung, wie wir aus der DDR/Sowjetunion/Kambodscha/Mao-China gelernt haben und in Nordkorea ganz live sehen können? Ich meine, wo ist denn der Unterschied zwischen “benehmt euch, während Leute gucken” der zitierten Linken und potemkinschen Dörfern oder Kim x-Ypsilons Vorzeige-Nordkorea?

Ah – der Unterschied ist, dass russische Zaren und der ewige Führer Nordkoreas nicht gewählt werden können. Die Österreicher haben halt die Wahl. Gut, von meinem Wissensstand aus zwischen Hitlers gemäßigtem und Marx’ durchgeknalltem geistigen Erben, aber das ist halt eine Pest-oder-Pocken – Entscheidung. Die übrigens recht einfach sein sollte: Die Pest ist heilbar, gegen Pocken braucht man vorab eine Impfung, sonst bleiben da mindestens Narben übrig.

Und: Ja, some people just want to see the world burn. Ich empfehle dazu ein Steiner Commander Global 7×50.

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2 Replies to “Der österreichische Hitler”

  1. “was Fefe als “großes Popcorn” bezeichnen würde.”
    der dicke fefe, der liest und linkt neuerdings auch nur noch das ehemalige nachrichtenmagazin. dem bricht seine kleine welt zusammen.
    gott wie ich den rieger als korrektiv bei alternativlos zu schätzen gelernt habe!

    sry du hast getriggert und so.

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