Seit 5 Uhr 45 wird zurückangezündet

Ach Gott, war bis letztes Jahr die Welt noch einfach. Da las man, dass ein bestehendes oder geplantes Flüchtlingsheim brennt oder brannte, und da waren die Täter – wie es sich gehört – Neonazis. Gut, ehrlicherweise las man davon herzlich wenig, weil wir in Deutschland echt verdammt wenige Neonazis haben und von denen auch noch wirklich wenige Flüchtlingsheime anzünden – also, jetzt mal im Vergleich dazu, wie viele Autos allein die Berliner Antifa abfackelt, aber sei’s drum; da hört man auch selten was von.

Heute hingegen? “Wieder brennt ein Flüchtlingsheim” als große Schlagzeile, und am Ende hat dann Samar Y. aus A’zzameliyh beim Kochen mit dem (verbotenen) Gaskocher nicht aufgepasst. Oder irgendwelche dubiose und unseriöse, aber für eine öffentliche Ausschreibung ausreichend billige Wachdienste liefern sich Kleinkriege.

Und nun? Nun wird den nicht-kochenden Flüchtlingen so langweilig, dass sie auch was machen wollen, und alles, was ihnen da einfällt, ist, wie die Neonazis Hakenkreuze irgendwo hinzuschmieren und anderer Leute Sachen anzuzünden. Gut, der hier hat sein eigenes Bett angezündet, aber in diesem Fall war es ein Rathaus, das halte ich für ein (politisch) legitimeres Anschlagsziel als anderer Leute Autos, aber mal ehrlich: Dem Typen sein Antifa-Aufscheucher war wohl etwas schlampig. Es will mir doch niemand erzählen, der wäre einfach in den Baumarkt gegangen und hätte sich Sprühfarbe gekauft, oder? Ich meine, erstens gibt es Flüchtlinge ja vermehrt da, wo früher mal Baumärkte waren (ich vermisse den Praktiker), und zweitens: Habt ihr mal probiert, im Ausland irgendwie Farbe zu kaufen? Ich meine, wenn die Leute nett und hilfsbereit sind, aber die Sprache nicht sprechen, kommt da eher nix bei rum. Zumindest ausgehend von dem Zeug, was ich mir letztes Jahr auf den Anker gepinselt habe. Und die Flüchtlinge sind hier in Deutschland, da sind die Leute so unfreundlich wie sonst nur in den USA – ok, und Frankreich.

Dass das nun auch nur eventuell Neonazis gewesen sein könnten ist natürlich Anlass für eine supidupi Mahnwache gegen Rechtsextremisten und so, auch wenn es in Bingen lt. Herrn Port, Organisator der Demo und zumindest namensgleich mit dem Pressesprecher des Bürgermeisters, “keine rechte Szene” gibt. Was die Antifa anders sieht, laut denen gibt es da acht. Ja, 8!!!! Gäbe es zweimal 8, wären das 88, und 88 ist ja fast schon ein Kennzeichen verbotener Organisationen und so.

Deswegen  geben wir übrigens die vielen Millionen für den “Kampf gegen Rechts” aus, auch wenn es (a) überhaupt keine Rechten gibt und (b) die mit Millionen unterstützten Rechtenbekämpfer auch noch zu blöd für eine False-Flag-Aktion sind. Man könnte ja sonst noch auf die Idee kommen, da würde Geld zum Fenster rausgeworfen.

Man kann sich aber natürlich auch darüber aufregen, wie die brutale mazedonische Polizei Schusswaffen gegen hilflose Frauen und Kinder, die eventuell mal ein paar harmlose Steine werfen, einsetzt. Ich meine, dass das fast nur Männer waren, die die Steine auch gerne mal in Schleudern packten, und dass eine billige Schleuder aus einem 50-cent-Hohlgummiseil und ein bisschen Stahlschrott bei einem halbwegs geübten Benutzer an eine .22er-Pistole rankommt, sei ja mal egal, oder?

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