Gute Dissen, schlechte Dissen

Erinnert ihr Euch noch – vor ein paar Jahren gab es da diesen schmierigen, gegelten Herrn von/zu/am/bei Guttenberg, der irgendwie Minister war? Und einen Doktortitel hatte?

Der hatte einen Abschluss in Jura mit 6,8 Punkten, das ist so als Schulnote eine Vier. Herausragend wären 18 Punkte, unter zehn kommt man kaum in den Staatsdienst, aber hey – ein bisschen Gel in den Haaren wirkt Wunder. Da bekommt man sogar eine Promotionsmöglichkeit (was unter neun Punkten idR nahezu unmöglich ist).

Nun stellte sich aber heraus, dass er das Ding hauptsächlich abgeschrieben hat, und deswegen ist der Herr von/zu/am/bei Guttenberg jetzt nicht mehr der Herr Doktor.

Aktuell haben wir Frau von der Leyen. Die macht auf Panzer-Uschi, ist also auch in der Abschussposition als Verteidigungsminister. Wie der Herr ~ Guttenberg damals. Aber die Frau ~ Leyen ist nicht Juristin, sondern Medizinerin, und obwohl deren Dissertation (1) viel kürzer und (2) noch wertloser [meine Meinung] ist, als die von ~ Guttenberg, darf die ihren Doktortitel behalten. Weil, so erklärt uns der Spiegel, “Laut Kommission sind “nur” 20 Prozent der Arbeit fehlerhaft.”

Ja, wenn das nur 20% sind.  Im Gegensatz zu den von Vroniplag behauptetem Drittel – das ist bei einer 62-Seiten-Arbeit schon wichtig. Mal ehrlich: Wenn die Frau jetzt 22 Seiten unwissenschaftlich abgeschrieben hätte, wäre das schon scheiße, oder? Aber wer wird sich denn über 14 Seiten aufregen? Guttenberg hat ja schließlich auf viel mehr (prozentual) von 393 Seiten beschissen.

Ich meine, Frau ~L hat ja schließlich “Frauen in der Klinik beobachtet und herausgefunden, dass sich ein Bad positiv auf Schwangere mit Blasensprung auswirkt”. Ich meine, ist das nicht die bahnbrechende medizinische Erkenntnis, auf die wir alle gewartet haben? Nicht? Wir wussten das schon seit 1982? Neee, Das ist Unsinn, wir wissen das seit 720 AD – also, nach Frau ~L. Frau ~L’s Diss ist trotzdem total wertvoll – sagt die Medizinische Hochschule Hannover:

Die Ergebnisse der Dissertation waren wissenschaftlich neu, valide und von praktischer Relevanz

Ja, wer bin ich denn, da zu widersprechen? Seit 1.200 Jahren bestehende Erkenntnisse und seit (damals) zehn Jahren unumstrittene Erkenntnisse haben sicher einen Dr. verdient.

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