Deutschland ist scheiße

Ich war heute im Schwimmbad. Ich gehe gerne ins Schwimmbad, das ist wie ein kleiner Urlaub. Netterweise bekommt man da sogar einen nennenswerten Rabatt als Selbstständiger (wenn man gleich 50 Karten kauft, aber das ist ja nun egal), und unter der Woche, zu Schulzeiten, ist man da mit Glück so ab Acht auch noch völlig alleine im Becken. Ruhe und Entspannung pur, und die Massageabteilung wird von einem Thailänder betrieben, mit einer einzigen deutschen und ansonsten thailändischen Masseusen, das mag meine Frau.

Da ist also meine Frau bei der Massage, und sich sitze in dem dicken Plüsch-Bademantel, den ich mir als “Souvenir” von den Malediven mitgenommen habe, draußen im Schneegestöber, rauche eine und lese GoogleNews – die heutigen Empörungsmeldungen zur Flüchtlingskrise. Kommt ein sportlicher Mann raus, Anfang 20, und sagt was, was ich nicht verstehe. Danach bittet er in gebrochenem Englisch um eine Zigarette.  Bekommt er, und ich erfahre, er kommt aus dem Kosovo. Über den Kosovo hatte ich schon geschrieben, dass es das letzte Drecksloch ist, aber der Typ war nett. Ich gebe mal das, was ich von ihm erfahren habe, recht frei wieder, so eindeutig war unsere Verständigung nicht:

Deutschland ist scheiße. Also, nicht so scheiße wie der Kosovo, aber er ist halt hergekommen, weil er dachte, er hätte hier eine Perspektive. Würde gerne was arbeiten. Darf er aber nicht. Natürlich ist es super, dass man Karten für’s Schwimmbad bekommt (nein, nicht das öffentliche – das teure private), aber davon hat er immer noch keine Perspektive. Und dass man mal das Becken putzen könnte – ein Job, den er gerne hätte.

Ich habe ihm nicht erklärt, dass man nichtmal mehr Skipisten zu Betriebszeiten neu schneeraupen darf, weil man dann dafür verantwortlich ist, wenn irgendwelche Idioten in die Schneeraupen knallen. Oder dass klein Kevin-Schantalle durch einen Beckensauger traumatisiert werden könnte.

Er möchte etwas Geld sparen und sich dann im Kosovo eine Stichsäge kaufen und einen Schuppen mieten, damit kann man ja Geld verdienen. Und hier bekommt man welches. Er braucht so 800 Euro, aber hier ist alles so furchtbar teuer, vor allem die Zigaretten. Und niemand gibt einem welche.

Ich habe ihm nicht erklärt, dass die nach einer Stunde Fahrt die Hälfte kosten, weil ihm das eh nichts nützt, darf er ja nicht hin – also, nach Tschechien.

Derweil kamen zwei weitere Jungs dazu, die hatten Zigaretten, die wollten nur Feuer. Ukrainische Zigaretten (oder sonstwas russisches), aber auch die meinten, Deutschland wäre enttäuschend. Die sprachen deutlich besseres Englisch, aber der Punkt war der Gleiche: Perspektivlosigkeit. Auch die fanden die Freikarten für’s Schwimmbad schön, aber auch die würden lieber Arbeiten. Gibt halt keine Arbeit, da, wo sie herkommen, aber hier ja auch nicht. Zudem sei es nicht so toll hier, aber die wissen nicht, was sie sonst machen sollen, und ob ich nicht günstige Zigaretten bräuchte.

Ganz ehrlich – “wir” machen solche Leute zu “Kriminellen”. Frau Merkel verspricht das Schlaraffenland, und dann bekommen die Leute einen Lolli und eine Eintrittskarte für’s Schwimmbad. Ganz ehrlich, ich würde das auch scheiße finden.

Davon sollte man solche Leute natürlich trotzdem abschieben – aber bitte auch die verantwortlichen Politiker. Das sind nämlich auch Menschen.

Es sind aber – leider – etwa 10% der Menschen unwerte Arschlöcher. Das merkt man in Deutschland an den Anhängern der Linken. Eher mehr, wenn wir die Grünen dazuzählen. Die braucht keiner, die will keiner. Und das sind diejenigen, die gerade die Debatte bestimmen. Also, der Arsch vor dem Lageso, der sagt “ich habe ein Recht auf” oder die Deppen in NRW, die mal einen Hungerstreik veranstalten. Die sind aber nicht besser oder schlechter als die Trolos aus der Rigaer 94, die finden, wenn sie anderer Leute Eigentum nicht respektieren, wäre es auch OK, Leute umzubringen.

Das ist es aber nicht. Man ist für sein eigenes Leben selbst verantwortlich. Und deswegen sollten auch Politiker für ihr Handeln – und dessen Konsequenzen – verantwortlich sein. In Unternehmen gibt es eine jährliche Abstimmung über die Entlastung des Vorstands für die Konsequenzen seiner Entscheidungen. In der Politik ist hingegen alles OK, und alle, die etwas anderes sagen, sind volksverhetzende Nazis – wie der Pegida-Typ mit dem Galgen. Ich hingegen finde den nett. Weil ich denke, dass eine faire Strafe für Volksverrat (was ein Straftatbestand sein sollte) – wie in Braveheart illustriert – Ausweiden, Vierteilen und erst dann Köpfen sein sollte.

Aber das ist in einer parlamentarischen Ochlokratie nicht durchzusetzen, das würde ja schließlich die Leute betreffen, die Entscheiden dürfen. Und ganz ehrlich, so altruistisch war in Deutschland noch niemand. Es ist nur noch wichtig, dass man seinen Müll verkaufen kann.

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