Wo sind nur all die echten Männer geblieben?

Vor etwas über einem Jahr kam, vor allem von emanzipiert bis feministischer Seite, die Frage auf, wo denn all die guten Männer seien. Meist von Frauen Mitte 30. Wo ich mir dachte, was ist denn das für eine blöde Frage? Ich nehme an, dass die, wie ich, entweder ein schönes Leben mit einer guten Frau haben, oder sich irgendwo selbst verwirklichen, aber mit Sicherheit kein Interesse an dauerlamentierenden Post-Wall*-Damen haben.

Nun ist Post-Wall ein antifeministischer “Fachbegriff”, der den Zeitpunkt im Leben einer Frau kennzeichnet, wo sie – aus feministischer Sicht – “endlich bereit für ein ruhiges Leben mit einem guten Mann in einer stabilen Beziehung und Kinder ist”. Also, auf männlich ausgedrückt, der Zeitpunkt, wo sie es zunehmend schwerer hat, auch nur was zum Poppen zu finden, geschweige denn, dass der Typ am nächsten Morgen noch da ist. Und wenn, macht sicher nicht er den Kaffee, sondern stupst sie halt an, wo denn der Kaffee bleibt.

Naja, Einsicht gab es da bei Frauen keine. Die erwarten irgendwie, dass ihnen jemand gute Männer liefert. Offenbar gute Männer. Weil sie offenbar nicht gelernt haben, dass sie auch selbst was machen könnten in 35 Jahren, und mal ehrlich, das ist irgendwie – nutzlos. Was hat denn die durchschnittliche Feministin von heute zu bieten? Vielleicht einen unsicheren Quotenposten im politiknahen Bereich und ein derart übersteigertes Anspruchsdenken, dass man das als Mann vielleicht noch mitmacht, wenn sie jung und knackig ist, dafür erträgt man dann sogar, eventuell, ihre Anne Wizorek-Persönlichkeit, aber mal ernsthaft – doch nicht ewig?

Naja, und was machen die Frauen nun nach Köln? Einsicht? Nein, natürlich nicht: Eine Krise europäischer Männlichkeit behaupten.

Offenbar hätte auf der Domplatte nicht nur die Polizei versagt, sondern auch die Begleiter der Belästigungsopfer hätten sich vor den Randalierern schnellstmöglich verkrochen, mutmaßt die ruppige Russin. Oder gehöre es vielleicht zum Sieg des Feminismus, dass die Frau für alles selbst zuständig ist, auch für die Abwehr von Vergewaltigern, fragt sie rhetorisch.

Was ist daran rhetorisch? Ne, Mädels, Shaming zieht nicht mehr. Erklärt hier ein Mann:

Man darf vom deutschen Mann nicht erwarten, dass er seine Frau beschützt. Das entspricht nicht seiner zeitgemäßen Rolle, und ein solcher Anspruch wäre letztlich auch ein Affront gegen die Gleichberechtigung. Die meisten Männer (nicht alle!) sind zwar aufgrund ihrer biologischen Ausstattung schlagkräftiger als Frauen, aber unwillig (und womöglich auch unfähig) zuzuschlagen. Frauen, die gerne beides hätten, den durchgegenderten Mann und den Beschützer, denen muss man leider sagen: Beides geht nicht!

Ist auch für Frauen eigentlich nicht so schwer verständlich, hier erklärt das eine:

Ja, die Männer in Westeuropa haben sich in den letzten Jahren als überaus lernfähig erwiesen.

Lernfähig? Ja: Die Frage, wo also die “echten” Männer, die anständige Frauen beschützen, geblieben sind, ist relativ leicht zu beantworten: Die führen gerade in Syrien Krieg gegen den islamischen Staat, während ihr mit irgendwelchen afrikanischen Drogendealern poppt, um Eure Länderliste zu erweitern. Oder sie sitzen zuhause mit einer anständigen Frau und denken nicht im Traum dran, mehr als die Polizei zu rufen, wenn euch was passiert, weil ihr dann eh nur weglauft, während der Typ abgestochen wird. Danke, darauf können wir verzichten. Ist ja schön, wenn ihr alle vom Held in glänzender Rüstung träumt, aber alle guten, intelligenten Ritter retten Prinzessinnen, die sie dann bekommen. Lest mal die Märchen sinnvoll. Und wir haben wahrscheinlich schon eine Prinzessin. Und ihr wart gegen Polygamie.

Tanzt mal schön gegen Gewalt gegen Frauen kommendes Wochenende, das ist sicher total hilfreich. Und ihr könnt euch total schön dabei wohlfühlen. Ich werde da genauso fassungslos danebenstehen, als wenn irgendwelche Arschlöcher, die sich für “echte Männer” halten, euch in der Tiefgarage belästigen. Fühlt euch doch wohl dabei; ihr wolltet das so.

Warum sollte ich denn was tun? Im worst case bin ich tot, und wahrscheinlich lande ich als Rassist vor Gericht. Juiiiii! Wenn es mal ein Mann nicht in Ordnung findet, was gerade so läuft, veranstaltet ihr Proteste dagegen. Von welchem Mann genau erwartet ihr, dass die was für euch machen – und vor allem, mit welchem Grund?

tl;dr: Liebe Frauen: Ihr könnt gerne ein T-Shirt mit “Make your own sandwich” tragen. Das ist für alle guten und “echten” Männer völlig in Ordnung. Die Konsequenz für euch steht auf eurem eigenen T-Shirt. Beschützt euch doch selber- wir machen uns derweil Sandwiches.

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