Berlin fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung Schaden zu

tl;dr: Das ist das schlechteste, was ich je geschrieben habe und sollte es eigentlich besser löschen.

Stellen wir uns den denkbar schlechtesten Journalisten vor. Was müsste er fühlen, was müsste er wollen, wie handeln? Stellen wir uns vor, es wäre eine junge Frau.

Aber was macht einen schlechten Journalisten aus? Ein guter Journalist, erklärt der Deutsche Jounalistenverband, beherrscht allem voran analytisches und logisches Denken. Zudem ist man sich recht einig, dass Journalisten recherchieren und Informationen ehrlich aufbereiten sollten. Umstitten ist, ob er eine politische Zielsetzung verfolgen darf respektive sollte, so, wie zum Beispiel Hannah Lühmann. Das macht einen aber nicht zum schlechten Journalisten

Der schlechteste Journalist der Welt analysiert also nicht, ersetzt logisches Denken durch Emotionen. Er recherchiert nur soweit, wie es seiner populistischen, faktenverzerrenden Clickbait-Story nützt. Auch wenn man da lügen muss. Wie zum Beispiel Hannah Lühmann.

Ich könnte jetzt so ziemlich jede Faktenaussage in Frau Lühmanns neuestem Artikel als krasse Falschbehauptung entlarven, aber das würde analytisches und logisches Denken, Recherche und eine ehrliche Aufbereitung von Informationen erfordern. Und zudem hat Frau Lühmann auf Phönix erklärt, dass Leute eh nicht mehr auf den Inhalt des gesagten eingehen, was sie aber leider nicht mit Ihrer Frage, was man denn da als Presse machen kann, verknüpft. Das liege nämlich alles an Gefühlen (so ab Minute 24).  Laut NLP ist diese Einstellung (also, das nichtssagende “äh, ähm”-Gestottere plus Gefühlsduselei) selbstverständlich, weil sie ja die ganze Zeit nach unten guckt. Leider ist NLP absoluter Bullshit.

Dennoch brauche ich eine Erklärung, wie eine junge Frau auf die Idee kommt, Roosh Valizadeh zum “denkbar schlechtesten Menschen” zu erklären.

Ja, Roosh Valizadeh, hatte ich schonmal erwähnt. Und Roosh ist deswegen der denkbar schlechteste Mensch, weil er “Frauenhasser, Antisemit und allgemeiner Sadist” sei. Was sie natürlich nicht erklärt; sie schwurbelt stattdessen mit hochtrabenden, pseudoakademischen Begriffen (“Wirkungsbewusstsein”, “zeitalterspezifischen Komplex”, “Zeitalter der Postideologie”).

Nun könnte man auch versuchen, durch analytisches und logisches Denken auf die Idee zu kommen, dass nicht jeder, der Schlampen für Schlampen hält, Schlampen hasst. Dass die Feststellung, dass erstaunlich viele zentrale Figuren der modernen Linken und des modernen Feminismus Juden waren, nicht antisemitisch ist, sondern eine Feststellung. Genauso wenig wie die Idee, dass eine seit Anbeginn ihrer Existenz verfolgte Gruppe (hier: die Juden) eventuell – oder, wenn sie nicht völlig verblödet sind, wofür Juden nicht gerade bekannt sind, absichtlich Eigeninteressen auch zu Lasten Dritter verfolgen. Das ist nicht antisemitisch, das ist vernünftig.

Wie Frau Lühmann dann noch auf die Idee kommt, Roosh wäre Sadist, weiß ich nicht. Echt nicht.

Aber gut, selbst wenn Roosh ein frauenhassender, antisemitischer Sadist wäre, der ankündigt, “weltweit Veranstaltungen stattfinden zu lassen, zu denen sich Männer unter der Forderung “Make rape legal” zusammenfinden”, was natürlich nie passiert ist, würde ihn das noch lange nicht zum denkbar schlechtesten Menschen machen.

Selbst wenn wir uns auf einer Ebene befinden, in der Gedankenverbrechen wie die, die Frau Lühmann Roosh anlastet, etwas wert wären, gibt es Leute, die schlimmer sind. Bodo Ramelow, zum Beispiel. Oder Menschen, die die Hälfte der Menschheit ausrotten wollen. Was hat denn Frau Lühmann für Wertmaßstäbe?

Ursprünglich wollte ich, weil Frau Lühmann ja damit angefangen hat, wahllos Leute zum “schlechtesten” zu erklären, eigentlich Frau Lühmann zum denkbar schlechtesten Journalisten erklären. Ich habe aber Wertmaßstäbe, und das wäre allein angesichts von Selim Bakaya unfair. Oder eventuell dem Autoren dieses Artikels, aber ich kann kein Isländisch. Google Translate auch nicht wirklich.

Daher habe ich mir Gedanken gemacht, wieso eine junge Frau so einen elenden, verlogenen, polemischen und emotionalisierenden Rotz schreibt, während sie vor nichtmal zwei Jahren noch feststellt, dass man das nicht machen sollte, weil:

Ganz ehrlich, da hätte ich, wäre ich ein Mann, egal welchen Alters und welcher politischen Couleur, keine Lust mehr, weiter zu lesen.

Was also ist passiert?

Berlin ist passiert. Der Artikel von vor zwei Jahren war nun nicht gerade eine purlitzerpreisverdächtige oder intellektuelle Meisterleistung, aber es war wenigstens nicht nur Bullshit.

Dann aber kam Margarete Stokowski, die nach eigenen Angaben nur schreiben kann, “wenn es dunkel ist”. Ich sehe das eher so, dass sie überhaupt nicht schreiben kann, sondern lediglich Unsinn mit einer Fäkalsprache verbindet, für die sich ein Hafenarbeiter schämen würde, aber Frau Stodings hat Frau Lühmann für ihren damaligen Artikel scharf (und unflätig) angemault (“Kritik” ist was anderes).

Und da das wichtigste im Leben einer jungen Frau heutzutage ja Gefühle sind, wie wir aus Hunger Games und Divergent gelernt haben, und Frauen nur zwei Gefühle haben, traurig und wütend (siehe ggf. auch 50 Shades of Grey), nehme ich an, dass Frau Lühmann durch Frau Stirgendwaskis Replik traurig oder wütend wurde.

Und deswegen jetzt nur noch über Themen schreibt, die sie traurig und wütend machen. Also, nicht über die Themen, sondern über ihre Trauer und Wut. Inhalte sind – lernen wir aus Divergent sehr gut – eh was für Männer.

Das ist in Berlin offenbar endemisch. Gott, Frau Lühmann schreibt (2014):

Nahezu jeder Mann, den ich kenne (…ich … lebe … in Berlin) ist durch und durch durchgegendert, malt brav seine Anführungsstriche in die Luft, wenn er “Mann” oder “Frau” oder “biologisches Geschlecht” sagt.

Ja, da fällt einem doch glatt die Kinnlade runter. Ich meine, ich war mal in Berlin, viermal sogar, und wollte da immer echt schnell wieder weg. Aber das ist lange her, und mittlerweile ist die Stadt wohl gänzlich den Bach runtergegangen. Was man auch an der Qualität des aus Berlin kommenden “Journalismus” merkt. Ich hatte ja schon in vorherigen Post öfter mal erwähnt, dass der dämlichste allen dämlichen Unsinns zuverlässig aus Berlin kommt, aber ich dachte bislang, dass es halt Idioten nach Berlin zieht. Derweil hatte Frau Lühmann vor zwei Jahren noch ansatzweise Reflexionsfähigkeit, die ihr mittlerweile offenbar vollkommen abhanden gekommen ist. Und derweil, in Düsseldorf, wo der Verleger der weiblichen Chefredakteuese zu Feierabend gepflegt auf den Po klappst? Da schreibt Tanja Kewes seit Jahren reflektierte Artikel mit einer klaren, meist gut argumentierten Meinung.

Es liegt nicht an den Frauen oder daran, dass sie jung sind. Es liegt alleine an Berlin.

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