Männlichkeitsbilder

Es kommt ja in den Kommentaren bei Christian irgendwie durch, bei Elmar irgendwie krude rüber, aber es scheint irgendwie so, als wäre das Learning aus dem neuesten Unsinn bezahlter Feministen nicht immer noch nur das alte, also, dass Feministen doof und nutzlos sind wie Topfpflanzen, sondern dass man da ganz klar als Antifeminist (und vernünftiger, intelligenter Mensch) etwas konkretes entgegenhalten kann. Araxno formuliert das so:

Das einzig korrekte Männlichkeitsbild™ ist: Ein Mann tut, was er will, nicht was andere wollen.

Es wird ja – international – über weibliche Hypoagency vs. männliche Hyperagency (stark verkürzt: Frauen sind arme Opfer, Männer böse Täter) gesprochen, und dass der Feminismus dies – also, ein, Damsel in Distress-Frauenbild – fördern würde. Was der Feminismus für Frauen macht, interessiert ja zunehmend mehr Frauen, weil nicht alle Frauen Dummchen wie Anne Wizorek oder Anita Sarkeesian sind, aber das ist ein von-Frauen-für-Frauen-Problem, was wir als Männer einfach ignorieren sollten, solange es uns nicht betrifft. Und ganz ehrlich, dumme Puten für dumme Puten zu halten wird sich nicht ändern, solange Männer Männer bleiben.

Was also ist das Problem, was Männer mit dem Feminismus wirklich haben (sollten)?

Ganz kurz gefasst:

  • Das angebliche Patriarchat (“Männer sind an allem Schuld”)
  • Das angebliche Patriarchat (“Männer haben eine Erbschuld abzutragen”)
  • Die Agency-Problematik (“Männer sind Schuld, Frauen sind nie Schuld”)
  • Moderne geisteskranke Konzepte wie Toxische Männlichkeit (“Männer sind selbst Schuld”).

Jungs, wir sind Männer. Wir sind selbst schuld, wenn wir den Geisteskranken zuhören. Wir sind Männer. Wir müssen Feministen nicht erlauben, uns sagen zu lassen, was wir zu tun und lassen haben. Wir müssen es Politikern nicht erlauben, uns zu sagen, was wir zu tun und lassen haben. Wir können sagen “Macht euren Scheiß doch alleine” – wir können das nämlich auch selbst. Also, uns um unseren Scheiß kümmern. Spätestens, wenn das System versucht, uns auszunutzen, sollten wir das auch machen:

Deine Frau hat Dir ein Kuckuckskind untergeschoben?

Selbst schuld!

Deine Frau hat Dich verlassen und nimmt Dich vor dem Familiengericht aus? Entzieht Dir Deine Kinder?

Lass Deine Frau, das Familiengericht und Deine Kinder sehen, wo sie damit hinkommen. Zugegeben, das ist hart für die Kinder – aber das ist nicht Deine Schuld. Du wärst ja da. Du bist für Dich verantwortlich, nicht für den Rest der Welt.

Die Lehrerin Deines kleinen Jungen gibt ihm schlechte Noten, weil er sich nicht wie eine totale Pussy benimmt?

Fick die Lehrerin. Mirwegen literally. Du hast nur Angst “aber wenn ich was sage, wird er nur noch mehr benachteiligt”. Das ist Dein Problem. Lass sie Dich hassen, nicht Dein Kind. Sag ihr, dass Du sie für inkompetent hältst, wenn sie mit Deinem Kind nicht klarkommt. Das ist ihr verdammter Job. Soll sie sich krankschreiben lassen. Mach ihr Arbeit. Dumme Frauen hassen Arbeit.

Du steckst Deinen Schwanz lieber in Männer?

Fein, mach das. Siehe oben: Ein Mann tut, was er will. Aber erwarte nicht von mir, dass ich das gutheiße. Weil: Ein Mann tut, was er will. Und denkt es auch.

Du fühlst Dich im falschen Körper geboren und willst Dir Deinen Pimmel abschneiden lassen?

Fein, Deine Entscheidung. Mach das. Aber mach Deinen Scheiß alleine. Erwarte aber nicht von mir, dass ich das bezahle, und erwarte nicht von mir, dass ich dich nicht wie jemanden behandle, der sich lieber die Eier abschneiden hat lassen als seinen Mann zu stehen.

Und das bezieht sich, wenn man eine ordentliche antifeministische Position draus machen will, auch auf Frauen: Wenn Du Dich von 10.000 Negerlein durchvögeln lassen willst: mach das. Aber erwarte nicht von mir, dass ich das gut finde. Geschweige denn, für die dabei entstehenden Blagen oder Geschlechtskrankheiten aufzukommen. Das ist – je nach Emanzipationsgrad – dein eigenes Problem. Und/oder das des Vaters. Sicher nicht meines. Fickt euch doch. Ah, Moment, habt ihr ja andere machen lassen. Euer oder deren Problem – genau mein Punkt.

Das wäre mal ehrlicher Antifeminismus. Und ein würdiges Männerbild.

Ich finde, jeder Mensch, ob nun Mann oder Frau, sollte ein eigenverantwortliches Leben führen dürfen. Und ein eigenverantwortliches Leben führen müssen. Feministen wollen das nicht, die wollen nur dürfen, nicht müssen. Das bedeutet, dass andere ihre Verantwortung für ihren eigenen Scheiß tragen müssen. Ich will das nicht. Deswegen bin ich Antifeminist.

 

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One Reply to “Männlichkeitsbilder”

  1. Ich selbst vertrete einen humanistischen Antifeminismus …

    “Das wäre mal ehrlicher Antifeminismus. Und ein würdiges Männerbild.”

    …der große Unterschied sieht zwischen einer Kritik des Feminismus, einer Kritik an der traditionallen Geschlechterrolle und einem Aufbau eines positiven Männlichkeitsbild. Antifeminist zu sein, legt einen in Sachen Geschlechter in meinen Augen überhaupt nicht fest.

    “Es wird ja – international – über weibliche Hypoagency vs. männliche Hyperagency (stark verkürzt: Frauen sind arme Opfer, Männer böse Täter) gesprochen, und dass der Feminismus dies – also, ein, Damsel in Distress-Frauenbild – fördern würde.”

    Die hypoagancy der Frauen und die hyperagency der Männer kann man auf keinen Fall auf Opfer vs. Täter verkürzen: Es geh um mehr, um das Ablehnen von Verantwortlichkeit und die Vorteile und Kosten, die sich dadurch einstellen. Bei Männern ist das analog.

    Das damsel in distress-Bild wird unseligerweise als feministisches Frauenbild von Schoppe vertreten. Doch leider – wie so oft – ist das falsch, weil es sich um ein Flirt-Motiv, eine Aufreißer-Masche handelt und nicht um ein Motiv oder einen Leitgedanken des Feminismus. Man sollte das nicht verwechseln. Zwar fördert der Feminismus die hypoagency der Frauen, aber er fördert nicht, daß Frauen als Opfer sich einem Helden hingeben.

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