Zivilisationsmarker und kulturelle Unterschiede

Es kennen sicher viele den Spruch “Wer mit 20 Jahren nicht Sozialist ist, der hat kein Herz, wer es mit 40 Jahren noch ist, hat kein Hirn.”

Nun war ich nie Sozialist, aber mir geht es eigentlich um etwas anderes: Bayern.

Ich bin nun aus Sicht eines echten Bayern nicht aus Bayern, ich bin aus Franken (das ist die obere Hälfte von Bayern. Also nicht Audi, BMW und Siemens, sondern mehr Adidas, Puma und Playmobil). So ein Franke ist ja nun kein echter Bayer, aber für den Rest der Republik mag das so wirken, wenn man Herrn Söder hört- der sagt ja in etwa das Gleiche wie Herr Seehofer, wenn er Frau Merkel fragt “ja, wie denn“, wenn die proklamiert “wir schaffen das“. Also sind wir da mal nicht so kleinlich.

Es macht aber schon einen Unterschied, ob man nun in Bayern ist oder nicht. Gut, es macht natürlich auch einen Unterschied, wo man in Bayern ist – will man in München jemanden nach dem Weg fragen, wird man ignoriert; in Nürnberg bekommt man eher den Mund verboten. Das ist also nicht so wie im Ausland, also beispielsweise wenn man in Izmir nach dem Weg fragt und gleich zu seinem Ziel begleitet wird. Oder in Dresden, wo man den Straßenbahnfahrer fragt, ob man denn auch in der Tram ein Ticket kaufen könnte und einfach weitergewunken wird; nur, um dann festzustellen, dass man da Münzen braucht. Dafür wechselt eine nette Dame die fünf Euro klein. Das sind die kulturellen Unterschiede, die ich meine: Will man in München in die U-Bahn, gibt es da einen Fahrkartenautomaten. So wie in New York, London, Beijing, Guangzhou, Bangkok, Prag… ach, eigentlich überall. Außer in Dresden. Da gibt es nicht mal eine U-Bahn.

U-Bahnen gibt es übrigens auch nicht in all den Ländern, in denen in den letzten Jahren Kriege oder Bürgerkriege waren. Explizit also nicht in Afghanistan, Syrien, Kamerun, Niger, Chad, Sudan etc pp.

Gut, könnte man sagen, U-Bahnen gibt es auch in Istanbul, und es ist ja nun nicht so, als wäre es da total friedlich. Baghdad hat aber auch eine U-Bahn, insofern hat diese grundlegende Regel durchaus Ausnahmen. Köln hat ja auch eine U-Bahn. Mein Punkt sind aber zivilisatorische Unterschiede. Die oben angesprochenen Städte sind ja nun alle groß. Aber: Was passiert einem da?

In New York kommt nachts eine Neger-Gang auf einen zu. Und fragt nach einer Zigarette. Und gibt einem dann einen Dollar. Ja, das ist mir passiert. Und: Ja, Zigaretten sind in NYC verdammt teuer.

In London kommt man nicht drumrum, dass einem jemand Koks und andere Drogen anbietet. Bei den Preisen für Alkohol ist das auch kein Wunder, und die Anbieter sind meist seriöser als die Barbetreiber.  In China nerven nur Nutten “Friseusen”, und in Bangkok nerven halt die Bettler. In Prag zocken die Taxifahrer ab, aber denen zahlt man dann halt einfach nicht das, was sie wollen, und geht, während man vorsorglich die 158 auf dem Handy wählt. Der nette Polizist spricht sicher Deutsch, wenn er über 40 ist, und sicher Englisch, wenn er jünger ist, und das ist durchaus deeskalierend.

Ja, und was ist mit Deutschland? Es gab ja nun viele, viele Ereignisse die letzten Wochen; der dämlichste war wohl heute Bornheim, wo es dem bornierten (sic!) Verantwortlichen für die Schwimmbäder nichtmal peinlich war, Asylbewerbern den Schwimmbadbesuch zu verbieten, weil sechs (ja, 6!) Mädels fanden, dass sich (jeweils mindestens) einer daneben benommen hätte. Ui. Der Untergang des Abendlandes in Reinform. Also, außerhalb Bayerns, natürlich. Hier im Schwimmbad benehmen die sich voll anständig. Da tragen die Frauen ihren Burkini, und die Neger poppen die blonden Schlampen unauffällig in der Umkleide. Stört niemanden.

Das ist halt Bayern. Hier ist die Welt noch in Ordnung – ganz anders als außerhalb. Letzte Woche hat ein heldenhaftes SEK in Erfurt einen gefährlichen Koffer mit Gurken und Sauerkraut erfolgreich gesprengt. Und der Koffer stand einfach nur irgendwo rum.

Nun klingt Erfurt total bayrisch, ist es aber nicht. Wie ich aus der Grundschule weiß, ist das in der DDR, und Wikipedia sagt, es wäre sogar die Hauptstadt Thüringens. Ich war da auch schon mal, ist ganz nett, aber wozu haben die einen Flughafen?

Naja, Thema: Man denkt sich da schon, was wohl in Bayern passiert wäre. Netterweise haben gestern ein paar Jungs einen Rucksack in eine Bäckerei geworfen, Allahu Akbar geschrien und sind abgehauen.

Und was ist passiert?

Die Gebirgsjäger wurden mobilisiert, der Ausnahmezustand ausgerufen, Ausgangssperren verhängt, willkürlich Menschen verhaftet? Nein, natürlich nicht, wir sind ja nicht in Berlin, wo die Terroristen und die Autonomen machen können, was sie wollen.

Es ist vielmehr das passiert, was in Bayern im Allgemeinen und Franken im Speziellen halt passiert. Die Leute sind gegangen. Haben die Polizei gerufen. Die Polizei kam, schaute den Rucksack an, fand Gummibärchen, und nach einer Stunde war das vorbei. Es ist leider nicht bekannt, ob es fränkische Gummibärchen waren. Sonst könnte ich jetzt noch einen Trolli/Trolo-Wortwitz unterbringen. Mist.

franken

(Bildquellen: Rucksack, Ernsthaft halale Gummi-Bears)

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