Dummheit & Ideologie

Ich habe nun mehr als eine Stunde damit verbracht, die zunehmend dümmeren – unterbrochen von sehr, sehr wenigen intelligenten – Kommentare zum erzählmirnix-Comic heute durchzulesen. Es gab da schon (vor)gestern einen Comic, der aktuelle Protestbewegungen dafür kritisiert, dass sie doof sind. Das mag natürlich berechtigt sein, dass (und ganz konkret, weil) die Protestbewegungen wirklich so doof sind, wie Nadja sie darstellt, aber ich halte das für niveaulosen Dreck.

Warum? Nun, die Kritiken richten sich gegen Pegida und die Demo für Alle, also diejenigen Menschen, die – auf der einen Seite – auch nur eventuell denken, dass Deutschland irgendwie primär Deutschland sein sollte,  und auf der anderen Seite gegen Eltern, die die offenbar abstruse Vorstellung haben, dass ihre Kinder ihre Kinder sein sollten und staatliche Indoktrination von ihnen fern gehalten werden sollte.

Ich muss nun an dieser Stelle auf die Demo für Alle – Deppen fokussieren, weil das der Punkt ist, wo man wirklich abwägen muss: Wie viel staatliche Indoktrination ist denn tolerabel?

Meine Oma findet Hitler super. Meine Mutter findet das entsetzlich. Meine Mutter findet dafür Genderidologie super, was nun ich entsetzlich finde. Ich nun finde, der Staat hat sich aus meinem Leben rauszuhalten, was so ziemlich alle gerade entsetzlich finden.

Davon ausgehend können wir annehmen, dass elterliche Erziehung weniger Einfluss hat als staatliche – vor allem nicht bei einer kontinuierlich fortschreitenden Expansion des staatlichen Einflusses auf die Kinder, wenn das schon bei meiner Oma, die nie wirklich gearbeitet hat, nicht funktioniert hat.

Dass sich nun Eltern aufregen, dass der Staat noch mehr Einfluss auf die Erziehung ihrer Kinder nehmen will, verstehe ich, auch ohne Kinder zu haben.

Ich nun rege mich auf, dass ich – scheiße – Geld dafür bezahle, dass Kindern anderer Leute etwas beigebracht wird, was nichtmal deren Eltern wollen und was komplett nutzlos ist – weil es eben eine Ideologie ist. Parallel mit der Pegida-Kritik, die ja sehr erfolgreich auf “huh, die bösen Ausländer” verkürzt wird, kann ich auch dazu nur sagen, dass ich keine Lust habe, für jeden Scheiß unbedachten “Plan”, den sich “unsere” ach so demokratische “Regierung” ausdenkt, zahlen zu müssen.

Es ist nun nicht jeder in meiner Situation. Ich muss nicht auf eine Demo, ich muss nichts ändern, und ich kann (notfalls) einfach gehen. Ich habe aber Verständnis für die Leute, die das nicht können; die Leute, die zu doof sind, sich eine differenzierte Meinung zu bilden, und die Leute, die keine Comics zeichnen können. Ich kann aber Leute, die Comics zeichnen, dafür kritisieren, dass sie Comics zeichnen, die keinen Deut an einem Problem, was “normale” Menschen schlicht haben, beheben. Das muss aber natürlich nichts heißen.

Natürlich muss nicht jeder Idiot, der Comics ins Internet stellt, damit die Welt verbessern wollen, aber um  mir selbst wenigstens die Illusion aufrecht zu erhalten, dass das bei mir einen Grund hätte, hier ein ganz deutliches:

emnschaf

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